Sehr viele Leute, inklusive mir, kennen das Gefühl der Überlastung und des Ausbrennens. Die Aufgaben werden immer mehr, die To-do-Liste wächst – und das Leben fühlt sich plötzlich schwer an, Überforderung macht sich breit. Besonders, wenn Kinder mit im Spiel sind, steht man als Elternteil unter enormem Druck. Die klassische Arbeitsteilung ist in vielen Familien nach wie vor dieselbe: Ein Elternteil arbeitet Vollzeit, während der andere in Teilzeit arbeitet – und zusätzlich den Großteil der Care-Arbeit übernimmt. Haushalt, Kinder, Schule, Termine, emotionale Fürsorge. Alles on top.
Und irgendwann kommt dieser Punkt. Der Moment, an dem man sich fragt: Wie soll ich das eigentlich alles schaffen? Beziehung, Familie, Job, Haushalt – alles gleichzeitig, alles irgendwie perfekt. Der Druck steigt, man versucht alles unter einen Hut zu bringen, sagt sich innerlich: “Ach, das geht schon, es wird bald besser.” Oder: “So ist das eben, wenn man Kinder hat.”
Doch das Gefühl der Überforderung schleicht sich langsam ein. Zuerst ist da nur ein bisschen Stress, dann schleicht sich Prokrastination ein. Dinge bleiben liegen. Der Haushalt wird nicht mehr so geschafft wie früher. Es stapeln sich Kleinigkeiten – aber es fühlt sich riesengroß an. Wir sagen uns: “Ich mach das morgen.” Und plötzlich ist da noch mehr Druck. Gesellschaftlicher Druck. Der Vergleich mit anderen. “Die anderen Mütter/Väter schaffen das ja auch.” Oder die perfekten Bilder auf Social Media: perfekt gekleidete Kinder, perfekt aufgeräumte Wohnungen, glückliche Paare mit Latte Macchiato und Yoga-Routine.
Aber – und das ist so wichtig zu verstehen – das alles ist eine Scheinwelt. Es hat nichts mit der Realität zu tun. Niemand postet die Wäscheberge, die Nervenzusammenbrüche, die Diskussionen mit dem Partner um Alltagsaufgaben. Und trotzdem glauben wir, wir müssten genauso funktionieren.

Das eigentliche Problem liegt oft viel tiefer: in den traditionellen Rollenverteilungen, die wir immer noch unbewusst leben. In der Annahme, dass Care-Arbeit „eh dazugehört“ und dass sie nicht weiter thematisiert werden muss. Dass sie leise, im Hintergrund, einfach „mitläuft“. Doch genau das ist der Anfang vom Teufelskreis. Denn diese Denkweise betrifft nicht nur Frauen oder Männer – sondern jeden Menschen, der sich in solch einer einseitigen Dynamik wiederfindet.
Was können wir also tun, um der Überforderung zu entkommen und aus diesem Teufelskreis auszubrechen?
Der erste, wichtigste Schritt: Die Verbindung zu uns selbst nicht verlieren.
Sich selbst wieder wahrnehmen. Aufhören, die eigenen Bedürfnisse ständig hinten anzustellen. Sich klar machen: Was ich leiste, ist nicht selbstverständlich! Die tägliche Care-Arbeit, das emotionale Mitdenken, die Organisation des Familienalltags – das ist Arbeit. Und sie verdient Anerkennung. Heißt auch, sich ehrlich anzuschauen: Wo stehe ich gerade? Wie geht es mir wirklich? Bin ich erschöpft? Habe ich das Gefühl, allein zu sein in dieser Verantwortung?
Ein weiterer Punkt: Den Partner einbeziehen. Ja, auch er wohnt im selben Haushalt. Nein, er ist kein Gast. Care-Arbeit ist keine Einzelleistung – es ist eine gemeinsame Verantwortung. Und dafür braucht es Gespräche. Ehrliche Gespräche. Ohne Vorwürfe, aber mit Klarheit.
Was hilft, ist ein ganz pragmatischer Schritt: Ein gemeinsamer Aufgabenplan. Wer kann was übernehmen? Welche Aufgaben liegen aktuell auf wessen Schultern? Welche davon sind flexibel, welche nicht? Einmal klar strukturiert aufzuschreiben, was im Alltag wirklich alles anfällt, kann für viele Augenöffner sein. Es geht dabei nicht um Kontrolle – sondern um Sichtbarkeit. Denn vieles, was täglich getan wird, wird gar nicht gesehen, weil es „immer einfach läuft“. Eine Neu-Verteilung der Arbeiten sorgt für weniger Überforderung auf beiden Seiten.
Du darfst dir Unterstützung holen!
Wenn du dich aktuell überfordert fühlst, nicht mehr weiterweißt oder merkst, dass du dich selbst in all dem Alltagsstress verloren hast: Du musst da nicht alleine durch. Manchmal reicht ein geschützter Raum, ein Gespräch, ein Perspektivwechsel – und schon wird der Blick wieder klarer.
Das Problem der Überforderung im eigenen Haushalt ist längst keine Rand-Erscheinung mehr, viele Studien und Berichte greifen dieses Thema auf: Artikel im derStandard.at
Als Lebens- und Sozialberaterin in Ausbildung und unter Supervision begleite ich Menschen genau in solchen Phasen. Ich unterstütze dich dabei, wieder bei dir selbst anzukommen, Überforderungen zu erkennen, Strukturen zu schaffen und dich aus belastenden Dynamiken zu lösen.
Wenn du das Gefühl hast, es wird zu viel – dann melde dich gerne.
Du kannst dir ganz unkompliziert einen Termin für ein Erstgespräch bei mir ausmachen. Ich freue mich, dich ein Stück auf deinem Weg zu begleiten.